Historischer Abriss

Stadtverband Kölner Frauenvereine (1918 – 1933)

Kölner Zusammenschluss
  • der nicht-kon­fes­si­o­nell ge­bun­de­nen, bür­ger­li­chen
Frauenorganisationen

1918 nannte sich der Verband Kölner Frauenvereine in Stadtverband Kölner Frauenvereine um. Bis 1933 waren Else Falk und Alice Neven DuMont erste und zweite Vorsitzende. Mit der Republikgründung hatten die Frauen das Wahlrecht erhalten. Daher gehörte zu den Haupt­­gaben des Stadtverbandes die politische Aktivierung der Frauen. 1923/24 bemühte sich Mathilde von Mevissen sogar um einen überparteilichen Frauenausschuss.[1]

Aber auch die Not der Nachkriegsjahre ließ den Stadtverband handeln. Seine Wohltätigkeits­aktivitäten gipfelten 1924 in der Gründung des Kölner Vereins fünfter Wohlfahrtsverband. Vorsitz und Geschäftsführung wurden ebenso wie in Berlin und München von den Aktiven des Stadtverbandes der Frauenvereine geleistet. Der Wohlfahrtsverband fasste 21 parteipolitisch und konfessionell unabhängige, gemeinnützige Vereine zusammen und Else Falk vertrat den Kölner Wohlfahrtsverband im Vorstand des Landesverbandes Rheinland[2]. Nach 1945 entstand der Fünfte Wohlfahrtsverband neu als Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV).

Ab 1925 erschien das „Nachrichtenblatt des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine“ als regelmäßige Wochenbeilage des Kölner Stadt-Anzeigers; auch Nicht-Abonnentinnen konnten sie gegen eine geringe Gebühr erwerben. Die Ehefrau des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont, Alice Neven DuMont, engagierte sich wie Else Falk und die anderen Aktiven der bürgerlichen Frauenbewegung in zahlreichen Frauenorganisationen. So gründete Alice Neven DuMont 1927 die Kölner Ortsgruppe der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK),[3] nachdem diese 1926 auf Reichsebene ins Leben gerufen worden war. Ebenfalls im Vorstand des Stadtverbandes aktiv war für den Allgemeinen Deutschen Frauenverein die Sozialdemokratin Dr. Hertha Kraus. Seit 1923 in leitender Stellung bei der Stadt Köln, gelten die Umwandlung von Kasernen in Wohnungen, besonders aber Einrichtung der Riehler Heimstätten als ihr Werk.[4]

Gegen das Anwachsen der Nationalsozialisten nahm der Stadtverband frühzeitig eindeutig Stellung. So veröffentlichte er 1930 einen Wahlaufruf des Bundes Deutscher Frauenvereine, der mit den Worten schloss:

„Frauen, Euer Staatsbürgerrecht verpflichtet Euch. Ihr seid die Mehrheit der Wähler. In Eurer Hand liegt das Schicksal des deutschen Volkes.“[5]

Bis zu seiner Auflösung 1933 arbeitete der Stadtverband unermüdlich weiter auf den Gebieten: Mitwirkung bei der Linderung der Not, Erhaltung der Frauenrechte und Aufrufe an die Frauen, demokratische Parteien zu wählen.

[1] Vgl. Amling: Mevissen, 1995, S. 50

[2] Vgl. Handbuch des 5. Wohlfahrtsverbandes a.d.J. 1927. Siehe dazu auch die Ausarbeitung anlässlich des Jubiläums der Kölner Kreisgruppe des Paritätischen (Jan. 2010, pdf-Datei, 25 KB).

[3] Vgl. Franken: Frauen in Köln, S. 187

[4] Vgl. Nyassi-Fäuster, S. 227

[5] Zitiert bei Ellscheid 1983, S.36