Historischer Abriss

2000er Jahre

Kölner Zusammenschluss
  • nicht-konfessionell gebundener,
  • konfessioneller,
  • gewerkschaftlicher,
  • parteipolitischer,
  • feministisch-autonomer
Frauenorganisationen

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends setzte der AKF seine Veransta­ltungs­akti­vi­tä­ten fort. So führte er 2001 eine Aktion für mehr und bessere Frauenparkplätze und eine Frauen-Infobörse vor dem Rathaus durch, war 2004 beteiligt am Zustandekommen des Frauengesundheitstages und organisierte 2007/8 eine Veranstaltungsreihe zum Thema ‚Frauen und Geld’.

Unter den Vorsitzenden Wally Röhrig (SPD, 2002 – 2005) und Sieglinde Kieserg (CDU, 2005 – 2008) öffnete sich der AKF aktiv für Frauenorganisationen aus der Neuen Frauen­bewegung.[1] Daneben aktualisierte der Verband sein Logo, entwickelte und druckte einen Flyer, legte sich 2007 unter www.akf-koeln.de eine Homepage zu, um auch im Internet auffindbar zu sein, und 2008 ein Rollup-Display, um bei Kooperationsveranstaltungen wie www.frauen-an-die-spitze.de sichtbar sein zu können.

Zusammen mit dem FrauenFrauen KölnAgenda, das seit 2006 auch Mitglied im AKF ist, stellt der AKF seit 2007 mit der Wirtschaftswissenschaftlerin und Expertin für Gender-Budgeting Dr. Elisabeth Stiefel ein Mitglied im Beirat des Bürgerhaushaltes, den die Stadt Köln seit 2008 als Beteiligungsverfahren für Bürgerinnen und Bürger durchführt.

Da er frauenrelevante Belange in der Ratsarbeit weiterhin zu wenig berücksichtigt sah, veranstaltete der AKF 2005 ein „Jahrespolitisches Treffen mit den Ratsfrauen“. In der Folge beschlossen der AKF-Vorstand 2006 und 2007 dann die Mitgliederversammlung, sich für die Einrichtung eines Frauenausschusses einzusetzen. Es wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bewusst auch für Frauenorganisationen geöffnet wurde, die nicht Mitglied im AKF waren. Auf der Mitgliederversammlung 2008 wurde dann vereinbart, die Arbeitsgruppe in eine freie Initiative zu überführen, in der der AKF lediglich die Federführung inne hat.

Nach gründlichen Erwägungen der Fürs und Wider entschloss sich die Initiative Ende 2008, nicht mehr für einen Frauenausschuss, sondern für einen Gleichstellungsausschuss nach dem Prinzip von Gender Mainstreaming einzutreten,[2] der innerhalb des Rates der Stadt Köln angesiedelt sein soll.

Gleichstellungsausschuss für KölnDie unter www.gleichstellungsausschuss-fuer-koeln.de schon 2008 eingerichtete Website sowie Banner, Flyer und Aktionspostkarten erhielten ein eigenes Logo, welches von einer Designerin gestiftet worden war.

 

[1] Nachdem die Kölner Beginen schon 1999 aufgenommen wurden, folgten 2005 der Frauenverband Courage und das Handwerkerinnenhaus Köln, 2006 der Frauengeschichtsverein Köln und 2008 Frauen gegen Erwerbslosigkeit Köln.

[2] Hatten die Frauen vor 100 Jahren kein Wahlrecht, kein Abitur, kein Studium, kein eigenes Konto, keine politischen Mandate – sind heute Frauen in der Regierung, im Fernsehen, im Weltraum, haben Mädchen und junge Frauen heute die besseren Schulabschlüsse, beruflichen Erfolg als selbstverständlichen Anspruch und sehen Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Bedingung für Partnerschaft und Arbeitswelt.  Wo bleiben da die Jungen und die Männer? Nun zeigt es sich, was passiert, wenn eine Entwicklung nicht ernst genommen wird, man(n) sich auf vermeintlich naturgegebener Überlegenheit ausruht. Erste Reaktionen gibt es schon – in der Wirtschaft, wenn der Fachkräftemangel droht, und in der Familie, wenn Väter lieber mit den Müttern zusammen als von ihnen geschieden ihre Vaterschaft aktiv leben wollen. Die Frauen haben viel erreicht, immer lieber auf dem Wege des Überzeugens als auf dem Wege des Gegeneinanders. Die Väter von Töchtern haben oft als erste verstanden, worum es den Frauen ging. Jetzt sind die Väter von Söhnen aufgerufen, ihre Verant­wortung wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass auch die Männer in Bewegung kommen und ihr Rollenverhalten erweitern und flexibilisieren, und dabei immer noch Mann bleiben, ‚neue Männer’ eben, damit die tatsächliche Gleichstellung gelingt! (100 Jahre AKF, S. 43)