Historischer Abriss

1990er Jahre

Die 90er Jahre waren geprägt von einer guten Zusammenarbeit mit dem Frauenamt der Stadt Köln.[1] Unter dem Vorsitz von Marita Rauterkus[2] (SPD, 1993 – 1996) und Barbara Bröder (CDU, 1996 – 2002) führte der AKF Informations-, Diskussions- und Vortrags­veranstaltungen durch und beteiligte sich an Organisation und Durchführung zweier Frauen-Stadtkonferenzen und vier Frauenstadtgesprächen des Frauenamtes.

Eines dieser Frauenstadtgespräche diente im Mai 1998 der Unterstützung der weiblichen Delegierten in der Lokalen Agenda 21 für Köln. Noch im September desselben Jahres wurde das FrauenForum KölnAgenda im Frauenamt gegründet. Es entwickelte umfangreiche Leitlinien als Indikatoren für einen frauenfreundlichen Agenda-Prozess. Als 1999 der KölnAgenda Verein gegründet wurde, war der AKF Köln Gründungsmitglied.

Auf überregionaler Ebene vernetzte sich der AKF mit anderen kommunalen Frauen-Dachverbänden und wurde 1990 Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Arbeitsgemeinschaften der Frauenverbände – später ein Ausschuss des Frauenrates NRW.

Auch die Stadtratspolitik ließ der AKF nicht aus den Augen. Aufgrund eines Ratsbeschlusses von 1986 können Ratsausschüsse zu frauenrelevanten Themen Vertreterinnen von Frauenorganisationen als Sachkundige einladen. Dies hatte bisher nicht statt­gefunden und 1995 forderte der AKF dieses Recht ein. 1996 wurde er dann tatsächlich zu einigen Ratsausschusssitzungen eingeladen.

Seit den 90er Jahren bis zur Auflösung der Konsensrunden 2004 war der AKF im arbeitsmarktpolitischen Zustimmungsgremium der Stadt Köln vertreten, das bei der Vergabe öffentlicher Zuschüsse zur Arbeitsmarktförderung einbezogen wurde.

1998 fand ein Frauenfrühschoppen zum Thema ‚Kölner Tafeln’ statt. Seitdem gehören die Frühschoppen im Herbst neben der Mitgliederversammlung im März zur festen Einrichtung des AKF. Weitere Themen der 90er Jahre waren u.a. ‚Gewalt gegen Kinder’, ‚Frauen als Ware’, ‚Betriebliche Frauenförderung’, ‚Kommunale Arbeitsmarktpolitik für Frauen’, ‚Änderung der Gemeindeordnung NRW aus frauenpolitischer Sicht’, ‚Frauengeschichte in Köln’, ‚Medienstadt Köln – Chancen für Frauen’, ‚Ehrenamt – Unsichtbare Arbeit sichtbar machen’, ‚Frauen im Wahlkampf’, ‚Frauen planen die Stadt’ und ‚Frauen-Klüngel’.

[1] Köln ernannte bereits 1982 als erste deutsche Stadt eine Frauenbeauftragte. Von 1982 bis 2001 leistete Lie Selter Pionierarbeit, seit 1989 als Leiterin des Frauenamtes.

[2] Marita Rauterkus war 1985 bis 1995 Mitglied des Landtages NRW.