Kölner Frauenpreis

Herbsttreffen 2011

Beim 100-jährigen Internationalen Frauentag 2011 beinhaltete die 9. Kölner Forderung:
Mehr Auszeichnungen für Frauen!

Der AKF griff dies auf und beschloss auf seiner Mitgliederversammlung 2011 ein Konzept für einen Kölner Frauenpreis zu erarbeiten. Denn als viertgrößte Stadt Deutschlands brauchen Köln und seine Kölnerinnen dringend einen Frauenpreis, der von der Stadt Köln ausgerichtet und von der/dem OberbürgermeisterIn überreicht wird.

Das folgende Stichpunkt-Konzept wurde am 08.10.2011 (AKF-Herbsttreffen) und 13.12.2011 (Vorstandssitzung) erarbeitet:

1. Ziel und Inhalt der Ehrung

  • Frauen, die sich um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen besonders verdient gemacht haben (z.B. Vorbildfunktion, innovative Gedanken).
  • Frauen wertschätzen! Vorbilder schaffen! Frauen in den Fokus rücken!
  • An eine lebende Person.
  • Nicht für das Vorleben klassischer Rollenbilder wie z.B. Pflegemütter (bereits abgedeckt durch Ehrenamtspreis), Abgrenzung vom Ehrenamtspreis.
  • Themen:
    – Gleichstellung
    – Frauen- / Mädchenförderung
    – Stadtentwicklung / Städtebau
    – Wirtschaft / Arbeitswelt
    – Wissenschaft / Forschung / Kultur
    – politisches / gesellschaftliches frauenbezogenes Engagement
  • Nachhaltiges Wirken, aber nicht schon lange vorbei / vergessen.
    Auch im beruflichen Kontext (angestellt, selbständig, Unternehmerin), aber nicht, wenn Gleichstellung Inhalt von Arbeitsplatz oder Mandat ist.

2. Konzept, Aufruf, Jury

  • AKF reicht Konzept ein, inkl. Ansätze für Kriterien (siehe oben).
  • Aufruf an alle Frauenorganisationen, gemischten Sportvereine und Berufsverbände unter Hinweis auf Migrantinnen und behinderte Frauen  mit Bitte um Weiterleitung und um Benennung von Kandidatinnen.
  • Presseaufruf: Bewerbungen / Benennungen an die Stadt Köln (Printmedien, WDR-Spot, Radio …)
  • „Gute“ Begründung für Auswahl durch Jury.
    Jury kann gemischt sein (weiblich, männlich), 6 – 10 Personen:

    AKF Köln Gleichstellungsbeauftragte Köln Liga der Wohlfahrtsverbände Köln
    IHK Köln Handwerkskammer Köln DGB Köln

3. Der Preis

  • Verleihung durch die/den OberbürgermeisterIn im Rathaus (Hansasaal)
    im September,
    mit Laudatio,
    mit Presse in feierlichem Rahmen.
  • Else-Falk-Preis
    mit Urkunde,
    alle 2 Jahre,
    mit 5000 Euro dotiert.

ELSE FALK (1872 – 1956)

Ein Auszug aus ihrem Engagement: Während des 1. Weltkriegs Schatzmeisterin der Kölner Nationalen Frauengemeinschaft (Über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg beteiligten sich alle Frauenorganisationen aktiv an der Milderung der kriegsbedingten und durch den Krieg verschärften sozialen Probleme bei Männern, Frauen und Kindern.), 1918 – 1933 Vorsitzende des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine (heute AKF Köln), Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Stadtverbände von Rheinland und Westfalen, Vorsitzende des Kölner Vereins Fünfter Wohlfahrtsverband und Vorstandsmitglied des Landesverbandes (heute Der Paritätische Köln / NRW), Gründung und Leitung des Vereins Müttererholung und Mütterschulung, Initiierung von vier Rentnerinnenheimen für durch Krieg und Inflation verarmte Frauen, Begründung der städtischen Blindenbibliothek, Mitwirkung im Vorstand der Kölner Gedok.

1930 wurde das Haus für Berufsstätige Frauen nach ihr benannt. Ein Jahr später war sie als Jüdin gezwungen, alle Ämter niederzulegen. Nach der Zerstörung der Wohnung der Falks in der Reichspogromnacht 1938 verließ die Familie das Land.

Vgl. Irene Franken: Frauen in Köln. Der historische Stadtführer. Köln 2008, S. 265ff

Siehe auch: Else Falk (1872 – 1956)

Download: Kölner Frauenpreis – Else-Falk-Preis, Eckpunkte

Hier sind die 11 Forderungen des Kölner Aktionsbündnisses für den IFT von 2011 (pdf-Datei, 339 KB)

Hier sind die Reaktionen der Parteien und der Oberbürgermeisterin (damals Kandidatin) auf den Kölner Frauenpreis in den AKF-Wahlprüfsteinen zur letzten Kommunalwahl: kommunal.akf.koeln → Übergreifendes, vorletzte Frage